Rundweg Käbschütztal

Auf den Spuren des Bio-Landbaus im Meißner Land

Der Rundweg führt ins Käbschütztal und in die angrenzenden Höhen mit schönen Ausblicken auf das Hügelland der Lommatzscher Pflege. Der Weg führt zu ehemaligen Demeter-Betriebe der 1930er Jahren in Görna, Mauna, (Nössige), Planitz und Stroischen und zum Schloss Sornitz. In der Besenwirtschaft am Maunaer Weinberg kann Rast eingelegt werden. Hier wird seit 2019 biologischer Weinbau betrieben. Der Weg startet und endet an der Haltestelle der Bus-Linien 412 und 422 in Görna.

Der Weg

Gesamtstrecke: ca. 15,3 Km (17,7 km)

Natur-/Feldwege: ca. 10 km

Aufstieg:  164 hm / Höchster Punkt: 240 m

Navigation: Outdooractive, Komoot

Anreise

Bushaltestelle Görna: Bus-Linie 412

oder 422 von Meißen oder Nossen

PKW: Görna liegt an der B 101, Parken

bei Haltestelle oder beim ehem. Bahnhof

Gastronomie

Mauna Beach - Besenwirtschaft

Sonntags und Feiertags ab 12.00 Uhr

Mai bis Oktober


Wegbeschreibung

Zum ehemaligen Sommerschen Gut in Görna (ca. 100 m)

Von der Bushaltestelle geht der Weg entlang der Bundesstraße über den Käbschützer Bach Richtung Tankstelle. Auf der rechten Seite liegt in Sichtweite der Tankstelle das ehemalige Gutshaus der Familie Sommer. Rudolf Sommer  übernahm 1927 das väterliche Gut und war eines der Gründungsmitglieder der Demeter-Arbeitsgemeinschaft Meißen. Wegen fehlender Bürgersteige und dem Durchgangsverkehr ist das heutige Wohnhaus schwer zu Fuß zu erreichen. Zur Fortsetzung des Rundwegs verlassen wir die Bundesstraße, biegen ab auf die Ortsstraße Richtung Norden, schräg gegenüber der Tankstelle. 

Blick von der Tankstelle in Görna: Ehemaliges Sommersches Gutshaus, Foto: EvW 2020
Blick von der Tankstelle in Görna: Ehemaliges Sommersches Gutshaus, Foto: EvW 2020

Von Görna nach Mauna (ca. 2,0 km)

Die Pflasterstraße läuft auf einen noch heute landwirtschaftlich genutzten Vierseithof zu, wo links vorbei ein Schotterweg ins Käbschütztal führt. Nach der Wegesgabelung unter der Sommerlinde verläuft der Weg auf dem Gleisbett der ehemaligen Kleinbahn parallel zum Käbschützbach (ca. 900 Meter). Am ehemaligen Bahnhof Mauna angekommen, führt der Weg  links hinauf zur Ortschaft Mauna. Oben an der Durchfahrtsstraße - wenige Meter nach links - befindet sich neben der großen Linde die Einfahrt zum ehemaligen Steigergut. Robert Steiger übernahm hier 1923 das väterliche Gut und begann bereits 1931 mit der biologisch-dynamischen Wirtschaftsweise. Nach 1945 kam es durch Enteignung und Aufteilung in mehrere Siedlerstellen zum schrittweisen Rückbau von Gebäudeteilen des ehemals großen Vierseithofs.

Ehemaliges Steigergut in Mauna, Foto: EvW 2020
Ehemaliges Steigergut in Mauna, Foto: EvW 2020

Zur Kelterei Biedermann in Mauna (ca. 100 m)

Die Kelterei liegt gleich neben dem Steigergut die Straße abwärts. Curt Biedermann erhielt mit seinem Betrieb im Jahre 1937 als erster und einziger in Sachsen die Genehmigung, seine Erzeugnisse als Demeter-Säfte und Demeter-Süßmoste zu verkaufen. Gleich neben dem Eingangsportal findet sich rechter Hand eine alte Holztafel mit dem damaligen Demeter-Logo. Der Urenkel Frank Biedermann leitet die heutige Kelterei. Der Maunaer Weinberg wird seit 2019 von dessen Bruder Martin wieder ökologisch bewirtschaftet.  In den Sommermonaten begrüßt Sie oberhalb des Weinbergs die Besenwirtschaft Mauna Beach mit Öko-Weinen und Flammkuchen.

Kelterei Mauna, Käbschütztal, Foto: EvW 2020
Kelterei Mauna, Käbschütztal, Foto: EvW 2020
Besenwirtschaft des Weinguts Cambium Compagnie, Foto: EvW 2020
Besenwirtschaft des Weinguts Cambium Compagnie, Foto: EvW 2020

Von Mauna nach Porschnitz (ca. 1,2 km)

 Der weitere Weg verläuft ca. 100 Meter die Straße abwärts und biegt hinter der Bushaltestelle nach rechts ab. Nun geht es immer parallel zum Schrebitzer Bach bis zur Querstraße im Nachbarort Porschnitz. Hier können Sie links ab die Straße hinauf den Rundweg verlassen und einen Abstecher (hin und zurück ca. 2,4 km) zur benachbarten Ortschaft Nössige machen und den ehemaligen Demeter-Hof von Martha Kästner aufsuchen.  Sie war die Schwester von Robert Steiger in Mauna. Wer auf dem Rundweg bleiben möchte, biegt in Porschnitz auf die Querstraße rechts ab und folgt der Straße am großen Reiterhof vorbei und dann den Berg hinauf nach Norden.  

Ehemaliges Steigergut in Nössige, Foto: EvW 2020
Ehemaliges Steigergut in Nössige, Foto: EvW 2020

Von Porschnitz nach Planitz (ca. 3,8 km)

Oberhalb von Porschnitz, wo die Straße rechts ab nach Kleinprausitz führt, biegen wir links ab auf einen mit Obstbäumen eingerahmten Feldweg Richtung Westen. Nach ca. 800 Metern biegt der Feldweg nach Norden und führt nach weiteren ca. 2000 Metern zur Planitzer Dorfkirche. Schon von hier oben kann rechts unten der große Vierseithof betrachtet werden, der bis zur Kollektivierung im Jahr 1960 von der Familie Roßberg bewirtschaftet wurde. In den 1930er Jahren war er für kurze Zeit als Demeter-Betrieb zertifiziert. Der Rundweg führt hinab auf die Straße, rechts an der Einfahrt zum Vierseithof vorbei und dann dem Straßenverlauf folgend dorfauswärts.

Dorfkirche Planitz, Foto: EvW 2021
Dorfkirche Planitz, Foto: EvW 2021

Von Planitz nach Sornitz (ca. 1,4 km)

Ca. 200 Meter nach der Einfahrt zum ehemaligen Roßbergschen Erbhof geht links ab ein romantischer Wiesenweg  bis nach Sornitz. Dort mündet der Weg auf eine Straße, die links ab durch den Ort führt. Hinter der Bushaltestelle geht es an der Weggabelung rechts ab entlang des Sornitzbachs. Gleich links erstrecken sich Park und Teich der Schlossanlage Sornitz. Durch den Rückbau der beiden Schlosstürme in den Nachkriegsjahren wirkt das Schlossgebäude heute eher unscheinbar.

Park mit Sornitzer Schloss im Hintergrund, Foto: EvW 2020
Park mit Sornitzer Schloss im Hintergrund, Foto: EvW 2020

Von Sornitz nach Leutewitz (ca.1,6 km)

Der Rundweg führt nun weiter bis zum Käbschützer Bach, wo es nach der Holzbrücke rechts hinauf auf dem Gleisbett der ehemaligen Kleinbahn zur Ortschaft Leutewitz geht. Nach ca. 1000 Metern erreichen wir den ehemaligen Bahnhof Leutewitz gegenüber dem Dorfteich. Nun geht es weiter auf der Straße immer Richtung Süden: An der Bushaltestelle vorbei,  in ca. 200 Metern in der Straßenbiegung rechts ab und nach weiteren 200 Metern an der Straßenkreuzung links ab auf dem ausgeschilderten Wanderweg zurück zum Käbschützer Bach.

Bahnhof der ehemaligen Kleinbahn in Leutewitz, Foto: EvW 2020
Bahnhof der ehemaligen Kleinbahn in Leutewitz, Foto: EvW 2020

Von Leutewitz nach Stroischen (ca. 1,8 km)

Wer den Aufstieg (ca. 80 Höhenmeter) nach Stroischen scheut, kann direkt vor der Bachüberquerung rechts ab den Weg zurück nach Mauna bzw. zum Startpunkt in Görna nehmen. Der Weg hinauf nach Stroischen wird belohnt mit weiten Ausblicken über das zentrale Hügelland der Lommatzscher Pflege. Nach ca. 1000 Metern Aufstieg wird eine Querstraße erreicht, wo es dann weiter geradeaus in den Ort Stroischen geht. Die Straße führt in der  Ortsmitte direkt auf das Eingangstor des ehemaligen Demeter-Hofes der Familie Müller zu, die noch heute Teile des Hofs bewohnt. Rechts vom Hof kommt nach wenigen Metern bergauf ein Wiesenweg Richtung Mehren, von dem aus der vorgesetzte lichtdurchflutete Kuhstall aus dem Jahr 1936 betrachtet werden kann. Rechts vom Wiesenweg können die hoch gewachsenen Baumfeldreihen des Müller'schen Hofs bewundert werden, die bereits in den 1940er Jahren als Agrosystem errichtet wurden.

Erbhof Müller mit ehemaligen Kuhstall in Stroischen, Foto: EvW 2020
Erbhof Müller mit ehemaligen Kuhstall in Stroischen, Foto: EvW 2020

Von Stroischen zurück zum ehemaligen Bahnhof Mauna (ca. 2,2 km)

Vom Müller'schen Hof geht es  zurück dorfauswärts wie gekommen. Gleich nach dem letzten Hof führt links ab ein Feldweg, der nach kurzer Zeit auf eine Straße mündet. Der Straße ist ca. 900 Meter Richtung Süden zu folgen, bis es rechts ab  wieder hinab ins Tal der Käbschütz geht. Noch oben in der Ortschaft Löbschütz befindet sich als letzter Hof vor dem Abstieg der Luminohof. Hier wurde im Jahr 2014 durch die Pflanzung von mehr als 1000 Gehölzpflanzen und mehr als 100 Obstbäumen ein Rückzugsort für Mensch und Tier geschaffen. Nach weiteren 700 Metern erreichen wir dann wieder das Wegekreuz neben dem ehemaligen Bahnhof Mauna nahe des Käbschützer Bachs.

Zurück nach Görna (ca. 900 Meter)

Auf dem gleichen Weg wie gekommen, geht es zurück auf dem ehemaligen Gleisbett nach Görna. Vorab sind Sie herzlich eingeladen einen Abstecher zur Besenwirtschaft Mauna Beach des Bio-Winzers Martin Biedermann zu machen (ca. 600 Meter).

Navigation mit Outdooractive oder Komoot